Ein Kommentar, der eigentlich nicht hierher gehört - aber vielleicht gerade deshalb hier stehen muss.
Es ist nun beschlossene Sache: Die meiner Meinung nach exzellente Grundschule in Reinhausen wird ab 2011 geschlossen - angeblich sei es eine Frage der Kosten, man müsse Schulen zusammenlegen, um Geld zu sparen.
Doch wert spart wirklich, wer gewinnt und verliert bei dieser Entscheidung ? Sicher ist nur, daß die Kinder und die Familien aus Reinhausen und der Umgebung verlieren, und zwar einen nicht nur schönen sondern auch für die Bildung ihrer Kinder wichtigen Standort. Selbst, wenn man annimt, daß der neu geschaffenen Schulstandort in Diemarden ein ähnlich gutes und ausgewogenes Bildungsprogramm bietet, bleibt die Kostenfrage : Das was angeblich gespart wird, muß nun von den Familien an Logistikleistung und Transportkosten aufgebracht werden. Dazu eine Frage an die Partei „Die Grünen“ : Kann es sinnvoll sein, die Kinder per PKW nach Diemarden zu transportieren ? Dient dies dem Umweltschutz ? Wohl kaum.
Sicher ist auch, daß die Zusammenlegung zunächst erhebliche Mehrkosten verursachen wird. Es bliebe zu überprüfen, wie lange sich die Grundschule in Reinhausen allein hiervon betreiben ließe.
Natürlich ist auch mir bekannt, daß die Haushalte des Bundes und des Lankreises nicht miteinander korrelieren. Dennoch muss sich die Politik die Frage gefallen lassen, wie auf Bundesebene Milliarden für verfassungsrechtlich zweifelhafte Unterstützungen singulärer Branchen ("Abwrackprämie, Opel-Rettung") oder zur Stützung privatwirtschaftlicher Finanzunternehmen ("Bankenrettung") ausgegeben werden können, und dann plötzlich das Geld nicht mehr für die schulische Ausbildung unseres eigentlichen Zukunftspotentials, nämlich unserer Kinder, reicht. Hier haben die Lobbyisten ganze Arbeit geleistet.
Ich erinnere mich manchmal an die Ausführungen meines Lateinlehrers, der uns parallel zu den lateinischen Texten, die wir übersetzten, den geschichtlichen Hintergrund erklärte. Wenn er die Gründe für den Niedergang des römischen Reiches aufzählte, war das sicher sehr vereinfachend aus der Position eines Menschen, der 2000 Jahre später lebte; dennoch brachte er die Fehler der Staatsführung für uns logisch auf den Punkt.
Was werden die Geschichtsbücher über die Fehler unserer Politiker schreiben ? Vielleicht in etwa : "Der deutsche Staat war ca. 70 Jahre nach dem verheerenden Krieg und dem beschwerlichen Wiederaufbau von Korruption und Profitgier zersetzt, und hat den Blick für die eigentlichen Bedürfnisse seiner Bürger verloren. Die Sorge um das Allgemeinwohl wich der Gewinnsucht und dem Geltungsbedürfnis der regierenden Manager und Politiker."
Es wäre eine Schande, dies zuzulassen.
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